Termine
Singapur und Indonesia Super Series Juni 2010

Seit April bin ich nun schon auf Tour und war in dieser Zeit bei Turnieren in New York, Lima, Los Angeles, Montreal, Boston, Calgary, Singapur und Indonesien am Start. Mit fuenf Turniersiegen im Doppel, drei Turniersiegen und einem 2.Platz im Einzel habe ich einige erfolgreiche Wochen hinter mir
Zuletzt war ich bei den Super Series Turnieren in Singapur und Indonesien am Start. Dort musste ich dann allerdings feststellen, dass ich lieber die kleineren Turniere spiele, weil man dort einfach viel mehr Spiele absolviert. Wenn man bei den SS Turnieren nicht gesetzt ist, dann kann es durchaus passieren, da man bereits in der ersten Runde auf gesetzte Spieler trifft. Aber auch sonst ist es nicht einfach einige Runden zu ueberstehen und wenn man nicht an seinem Limit spielt, dann ist es sehr hart. Ueberraschenderweise hatten wir in Singapur in unserer ersten Runde im Doppel eine einfache Aufgabe zu loesen und konnten gegen eine junge Paarung aus Singapur souveraen gewinnen. Dies kam sehr gelegen, denn im Indoor Stadium ist durch die Klimaanlage sehr viel Wind zu spueren, was die Spiele negativ beeinflssut. Genauso einfach wie wir dieses Spiel gewinnen konnten, genauso einfach mussten wir uns am naechsten Tag gegen die Nr.4 der Setzliste geschlagen geben. Cheng/Chien aus Taiwan liessen uns absolut nicht ins Spiel kommen und wir hatten gegen ihren Angriff aus allen Lagen nicht viel entgegenzusetzen. Ich kann es gar nicht leiden, wenn keine Ballwechsel zu Stande kommen und man nach dem Spiel das Empfinden hat, wie wenn man nicht gespielt haette. Aber solche Spiele gibt es nun mal und am besten man hakt sie so schnell wie moeglich ab und schaut nach vorne
Im Einzel durfte ich gegen Ella Diehl aus Russland spielen, was eine durchaus zufriedenstellende Auslosung war. Im ersten Satz konnte ich sehr gut mithalten und vor allem habe ich mich gut auf das Spiel der Russin eingestellt. Auerdem lag mir die Seite gegen Wind sehr gut und ich konnte ihr Paroli bieten. Leider hat es am Ende des Satzes nicht ganz gereicht und ich musste mich mit 18-21 geschlagen geben. Nach dem Seitenwechsel kaempfte ich weiter, doch verlor mehr und mehr meinen Fokus und hatte erheblich mehr Probleme mit dem Wind als im Satz zuvor. Schade, ich haette sie gerne im zweiten Satz etwas mehr geaergert, aber leider ist mir dies nicht ganz so geglueckt und ich muss neidlos anerkennen, da die EM Dritte einfach besser war.
In der zweiten Woche unserer Asientour ging es weiter nach Jakarta, was absolut der beste Ort ist um Badminton zu spielen. Die Badminton-Fans in Indonesien sind sehr enthusiastisch und feiern alle Badminton Spieler, besonders natuerlich die indonesischen Badminton Stars. Wenn Taufik Hidajat die Halle betritt, dann ist das Geschrei sehr gross und keinen haelt es mehr auf seinem Platz.
Im Doppel hat es uns dieses Mal eiskalt erwischt und wir hatten das Vergnuegen uns mit den an eins gesetzten Japanern Maeda/Suetsuna, die Viert-Plazierten der letzen Olympischen Spiele in Peking, zu messen. Wie schon in Singapur war auch hier sehr viel Wind in der Halle und mit diesem in unserem Ruecken konnten wir super angreifen und ber weite Strecken den ersten Satz bestimmen. So gelang uns nach einem taktisch klugen Spiel den ersten Satz zu gewinnen. Ich glaube die Japaner waren ganz schoen ueberrascht, aber die Bedingungen schienen auch den Top Paarungen zu schaffen zu machen. Im zweiten Satz mussten wir unsere Taktik umstellen, doch schon frueh zeigte sich wie schwierig es war sich aus dem Angriff zu befreien. Es war ein absolut anderes Spiel gegen den Wind und nicht gerade einfach. Wir wehrten uns und probierten einige Dinge, aber mussten dann leider den Satzverlust akzeptieren. Nun waren wir wieder auf der besseren Seite, wo wir leider gleich zu Beginn des entscheidenden Satzes einige wichtige Punkte verloren. Dies war fuer den weiteren Spielverlauf nicht gerade guenstig und so rannten wir die ganze Zeit den Punkten hinterher. Wir haben es nicht mehr geschafft das Spiel zu bestimmen und ich denke, dass wir zuvor absolut an unserem Limit gespielt haben und spaeter ganz einfach nicht mehr in der Lage waren auf diesem Level mitzuhalten. Nichts desto trotz haben wir uns ber eine Stunde gewehrt und auch wenn wir am Ende nicht mehr viele Punkte bekommen haben, so waren durchaus gute und vor allem lange Ballwechsel dabei und die Japaner muten sich jeden Punkt hart erkaempfen.
Im Einzel durfte ich wie schon in der letzten Woche gegen eine Europaerin antreten. Dieses Mal war es Petya Nedelcheva aus Bulgarien, die aktuelle Nr.17 der Weltrangliste. Ich wusste, dass wenn ich gut spiele, es durchaus ein enges Spiel werden koennte, doch leider habe ich keinen guten Tag erwischt und fuehlte mich koerperlich und vor allem mental sehr muede. Ich fand nicht wirklich ins Spiel, hatte Probleme mit der Laenge, spielte alles zu kurz, was meiner Gegnerin mehr als gelegen kam. Das ganze Spiel ber hatte ich das Gefuehl, dass ich hinterher renne und da ich mich muede fuehlte, fehlte es absolut an Kampfgeist und Siegeswillen. Ich war zwar koerperlich anwesend, aber nicht geistig und war ehrlich gesagt froh, als das Spiel nach 32 Minuten vorbei war.
Zusammenfassend kann ich sagen, da ich eine gute Zeit in Asien hatte aber auch feststellen musste, dass die letzten Wochen sehr intensiv und anstrengend waren und ich mich auf eine Badminton Pause freue. Doch auf diese muss ich noch ein wenig warten
Von Jakarta ging es dann weiter nach Vancouver, wo ein Trainingslager mit der kanadischen Nationalmannschaft und einigen int. Spielern stattfand. Nachdem wir 39 Stunden (!) unterwegs waren sind wir direkt am naechsten Morgen ins Training eingestiegen, was perfekt war um gegen den Jetlag anzukaempfen. Mit 14 Stunden Zeitverschiebung hatte ich dieses Mal nicht wirklich viele Probleme und fuehlte mich im Training ziemlich gut. Die Trainingswoche verging wie im Flug und momentan bin ich in Calgary, wo ich etwas Energie tanken und mich auf die naechsten Massnahmen vorbereiten werde.
Als naechstes stehen die Canadian Open in Vancouver und die US Open in Orange County auf dem Programm, gefolgt von zwei Mannschaftspielen in Los Angeles und einem Badminton Camp in Calgary, welches ich leiten werde. Und im August werde ich mir dann eine Auszeit nehmen, da ich wie schon im vergangenen Jahr vom Deutschen Badminton Verband nicht fuer die Weltmeisterschaften gemeldet wurde, welche dieses Jahr in Paris stattfinden.
Ich wuensche euch einen wunderschoenen Sommer!
Eure Nicole
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