Termine
Santo Domingo und Puerto Rico Open 08.11.2010

Waehrend in meiner Heimatstadt Schopfheim die Buergermeisterwahl anstand, war ich in der Karibik unterwegs, wo zwei internationale Turniere stattfanden. Es hat mich sehr gefreut, dass Herr Nitz als Buergermeister wiedergewaehlt wurde und ich moechte ihm auf diesem Wege recht herzlich gratulieren und ihm alles Gute wuenschen.
Zum ersten Mal nahm ich bei Wettkaempfen in der Karibik teil, wo ich zuvor schon oefters zum Urlaubmachen war. Mit schoenen Erinnerungen flog ich in die Dominikanische Republik, wo die Santo Domingo Open stattfanden. Wir waren in einem All-inklusiv Hotel in Boca Chica untergebracht, welches zwischen 45-60 Minuten von der Wettkampfhalle entfernt und mit einer sehr hohen Kriminalitaetsrate nicht gerade der sicherste Ort in der Karibik war. Es wurde uns sogar empfohlen bei Dunkelheit nicht alleine auf die Strassen zu gehen, woran wir uns auch hielten.
Wir liessen uns von den langen Fahrten und den widrigen Umstaenden (Kakerlaken, Moskitos, Stromausfall usw.) in der Halle nicht beeintraechtigen und konzentrierten uns auf unsere Spiele.
Im Einzel erreichte ich das Viertelfinale ohne große Muehe und konnte auch dort Joycelyn Ko aus Kanada klar in zwei Saetzen besiegen. Im Halbfinale kam es dann wie schon in Brasilien zum erneuten Aufeinandertreffen mit Telma Santos aus Portugal. Ich spielte ein fehlerfreies Spiel und haette es eigentlich verdient gehabt nach gewonnenem ersten Satz beim Stande von 20-20 im zweiten Satz das Spiel fuer mich zu entscheiden, doch anstelle dessen verlor ich knapp mit 20-22 und musste in den Entscheidungssatz. Leider unterliefen mir einige leichte Fehler, so dass meine Gegnerin immer 2-3 Punkte Vorsprung hatte und am Ende musste ich mich dann mit 14-12 geschlagen geben. Es war ein super Spiel, in welchem ich mir absolut nichts vorwerfen konnte und durch die Halbfinalniederlage konnte ich mich nun voll und ganz auf das Doppel mit Charmaine Reid konzentrieren, was sowieso Prioritaet hat.
Durch ein Freilos und einer lockeren Runde gegen eine einheimische Paarung trafen wir im Halbfinale auf Grace Gao/Joyelyn Ko, die frisch gebackenen Pan American Meister aus Kanada. Wie schon zuvor dominierten wir das Geschehen auf dem Court und konnten auch dieses Mal in zwei relativ klaren Saetzen gewinnen und ins Finale der Santo Domingo Open einziehen. Dort wartete mit Valerie St-Jacques/Florence Lavoie eine weitere kanadische Paarung auf uns, welche sich ueberraschenderweise bis ins Finale durchsetzte. Auch hier diktierten wir von Beginn an den Spielverlauf und liessen unseren Gegnern keine Chance, so dass wir die Santo Domingo Open ohne Satzverlust gewinnen konnten. Zum Finale hatten wir sogar unsere eigenen Fans von der Deutschen Botschaft, welche uns tatkraeftig unterstuetzten und uns zum Sieg jubelten. Ein Highlight unseres Aufenthaltes war mit Sicherheit die Einladung vom Deutschen Botschafter, welcher uns herzlich in der Botschaft empfing und es war eine Bereicherung neue und vor allem nette Leute kennengelernt zu haben. Auf diesem Wege nochmal vielen Dank für die Gastfreundschaft.
Von der Dominikanischen Republik aus ging es nach 8 Tagen weiter nach Puerto Rico, wo ein International Challenge in San Juan stattfand. Puerto Rico gehoert zur USA und wir konnten es kaum erwarten zivilisierte Bedingungen anzutreffen. Wir freuten uns auf gutes Essen, saubere Restaurants und Hotelzimmer, sauberes Wasser aus den Wasserhaehnen und guten Kaffee. Zwischen den beiden Turnieren hatten wir 3 Tage Pause und nutzten diese um uns etwas am Pool zu regenerieren und uns durch lockeres Training auf das anstehende Turnier vorzubereiten.
Im Einzel hatte ich bereits in meiner ersten Runde mit Valerie St-Jaques (Kanada) eine ernstzunehmende Gegnerin und dem entsprechend fokussiert ging ich dann auch ins Spiel. In der Halle herrschten Temperaturen von ueber 30 Grad Celsius und es war wichtig viel zu trinken um nicht die Konzentration zu verlieren. Es war wie erwartet ein recht ausgeglichenes Spiel, aber sobald ich ein hoeheres Tempo spielte, war ich im Vorteil und konnte jeweils mit 21-17 gewinnen. Im Achtelfinale traf ich auf Sara Kvaerno aus Norwegen, gegen welche ich noch nie zuvor gespielt habe. Ich wusste, dass ich wie schon im Spiel zuvor das Tempo hoch halten musste, was mir auch recht gut gelang. Relativ deutlich konnte ich das Spiel gewinnen und ins Viertelfinale einziehen, wo ich auf Kanada’s Nr.1 Michelle Li traf. Beim letzten Aufeinandertreffen hatte ich verloren und mir war klar, dass dies nicht einfach werden wuerde. Der erste Satz gestaltete sich sehr ausgeglichen, doch beim Stande von 18-18 zog sie dann leider davon und gewann mit 18-21. Im zweiten Satz versuchte sie durch unfaire Aufschlaege mich aus dem Konzept zu bringen und war damit auch erfolgreich. Es war unheimlich schwierig ihre „geschnittenen“ Aufschlaege mit einer guten Qualitaet anzunehmen und da der Ausrichter keine Aufschlagrichter zur Verfuegung stellen konnte, nutzte sie dies aus und war dadurch klar im Vorteil. Ich platzte innerlich vor Wut und musste mich schließlich mit 19-21 geschlagen geben. Fuer mich ist es unverstaendlich, dass Spieler mit einer unfairen Spielweise nicht bestraft werden, aber dafuer verlor sie dann im Halbfinale gegen die spaetere Siegerin Agnes Allegrini aus Italien, welche sich ebenfalls über die Aufschlaege beschwerte, aber damit auch erfolglos war.
Wie schon in der Woche zuvor lag meine volle Konzentration nun auf dem Doppel, wo wir voller Selbstvertrauen ins Turnier starteten. Aufgrund eines Freiloses und eines lockeren Viertelfinales hatte ich im Halbfinale die Chance mich bei Michelle Li/Alex Bruce (Kanada) für meine Halbfinalniederlage im Einzel zu revanchieren. Nach einem 0-4 Rueckstand waren wir ploetzlich hellwach und diktierten den Spielverlauf nach Belieben. Wir waren bereit zu kaempfen und zwangen unsere Gegner durch lange Ballwechsel und ein hohes Tempo zu Fehlern, so dass wir den ersten Satz mit 21-14 gewannen. Zu Beginn des zweiten Satzes spielten wir einen ewig langen Ballwechsel, nach welchem Michelle Li halb zusammenbrach und hyperventilierte. Sie bekam kaum noch Luft und musste fuer einige Minuten pausieren, ehe sie sich entschied trotz Kraempfen am ganzen Koerper weiterzuspielen, was allerdings nicht viel brachte, da wir ohne Gnade weiterspielten und unser Spiel durchzogen. Wir gewannen den Satz mit 21-11 und konnten erneut ins Finale einziehen.
Dort kam es zur Wiederholung des Finals von Guatemala, wo wir Christina Aicardi/Claudia Rivero (Peru) jeweils deutlich in zwei Saetzen besiegen konnten. Auch hier hatten wir das Spiel im Griff und setzten uns erneut deutlich mit 21-12 und 21-9 durch und konnten somit einen weiteren Turniersieg feiern.
Momentan bin ich in Miami, wo wir am Wochenende bei den Miami International an unsere Erfolge anknuepfen wollen.
Links:
Besuch Dt.Botschaft:
http://www.santo-domingo.diplo.de/Vertretung/santodomingo/de/06__Kultur_20und_20Bildung/Badminton__Nicole__Grether__Botschafter__01.11.10__Seite.html

Ergebnisse Santo Domingo:
http://www.badmintonpanam.org/tournamentcalendar_event.aspx?id=4516&calendarid=12

Ergebnisse Puerto Rico: http://www.badmintonpanam.org/tournamentcalendar_event.aspx?id=4684&calendarid=12
Liebe Grüße aus Miami
Nicole
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