Termine
Morocco International und Spanish Open 25.05.2011

Nachdem Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft mit meinem Verein EBT Berlin standen fuer mich International Challenge Turniere in Marokko und Spanien auf dem Programm.
Aufgrund eines Anschlags in Marrakesch war es lange nicht sicher, ob wir die Reise nach Marrakesch antreten werden. Doch gluecklicherweise wurden die hierfuer Verantwortlichen relativ schnell gefasst, so dass das Auswaertige Amt gruenes Licht gab und wir uns auf den Weg nach Afrika machten…
Gerade in Laendern wie Afrika muss man seine Erwartungen an das Turnier etwas herunter schrauben und eine hohe Akzeptanz haben, da die Organisation und die Verhaeltnisse vor Ort und auch in der Halle nicht mit denen in Europa zu vergleichen sind. So waren z.B. keine Spielfeldmatten verfuegbar, da diese nicht rechtzeitig ankamen, es wurde auf Zementboden gespielt, die Auslosung und Spielzeiten wurden erst mitten in der Nacht am Tage des Turnierbeginns veroeffentlicht, der Transport zur Halle ließ zu wuenschen uebrig usw. Aus Erfahrung weiß ich wie wichtig es ist, all diese Dinge nicht an sich ran zu lassen, denn nur dann sind optimale Leistungen moeglich.
Fuer mich fing das Turnier mit dem Einzel an, welches ich ja auch dazu nutze um mich an die Bedingungen der Halle zu gewoehnen und mich für das Doppel „aufzuwaermen“. Und gelegentlich springen dabei ja auch die ein oder anderen Siege raus…
In meiner ersten Runde traf ich auf die amtierende Jugend Vize-Europameisterin aus Spanien und konnte sie ueberraschend deutlich in zwei Saetzen besiegen. Im anschließenden Achtelfinale hatte ich auch gegen Velez aus den USA keine große Muehe und konnte ebenfalls in zwei Saetzen gewinnen und das Viertelfinale erreichen, wo ich auf Agnes Allegrini aus Italien traf. Nach klar verlorenem erstem Satz fand ich ins Spiel und machte es meiner Gegnerin alles andere als einfach. Sie ist als Laeuferin bekannt, welche die Baelle einfach nur reinspielt und auf die Fehler ihrer Gegner wartet. Und da ich dann genau das gleiche tat, wurde daraus mal wieder ein Marathon Match, welches weit über eine Stunde dauerte. Die Ballwechsel wurden länger und länger, ich kämpfte um jeden Ball und konnte den zweiten Satz auch gewinnen. Im dritten schlichen sich dann bei mir die ein oder anderen leichten Fehler ein und leider musste ich mich dann doch am Ende mit 18-21 geschlagen geben. Dies war sehr schade, denn wenn man schon so nah dran ist und so viel Energie verschwendet, dann moechte man auch gewinnen. Waehrend meine Gegnerin nach dem Spiel duschen und sich erholen konnte, durfte ich noch im Doppel ran…
Dort standen wir nach einem Sieg gegen eine Paarung aus Suedafrika im Viertelfinale, wo wir auf eine tuerkische Paarung trafen, welche man nicht unterschaetzen durfte. Wir gingen konzentriert ins Spiel und auch wenn ich vom Einzel etwas muede war, so ließ ich mir nichts anmerken und war total fokussiert. So hatten wir das Spiel und auch unsere Gegner im Griff und konnten nach zwei gewonnen Saetzen ins Halbfinale der Marokko International einziehen, was unser Minimalziel war.
Leider fanden wir am naechsten Tag im Halbfinale gegen die schwedische Paarung Lennarttson/Wengberg nicht wirklich ins Spiel und mir steckten die Belastungen der vorherigen Tage auf dem harten Boden in den Knochen. Meine Fuesse und Waden machten sich bemerkbar und ich konnte mich nicht so vorwaertsbewegen wie es gerne getan haette. Hinzu kam, dass uns das Spiel der Schwedinnen gar nicht lag und sie sehr gut spielten. Somit verloren wir deutlich in zwei Sätzen, aber wir waren trotz allem mit dem 3.Platz zufrieden und hatten das Ziel diesen Platz in Spanien zu verbessern…
Nach dem viertaegigen Marokko Aufenthalt ging es dann weiter nach Madrid, wo die Spanish Open stattfanden. Da wir vier Tage vor Turnierbeginn anreisten hatten wir ein wenig Zeit uns Madrid anzuschauen, was wir die meiste Zeit zu Fuß machten. Ein stundenlanger Fußmarsch zur Stierkampfarena Las Ventas war ganz schoen ermuedend, aber dann konnten wir uns ja waehrend des Stierkampfes ein wenig ausruhen. Die Arena war mit 20,000 Zuschauern ausverkauft und wir hatten Glueck noch Karten bekommen zu haben, sonst waere der ganze Fußmarsch umsonst gewesen. Schade, dass die Badminton Hallen nicht so gefuellt sind, aber anscheinend sind Stierkaempfe interessanter…
Ich hielt mich die Woche durch lockeres joggen und Krafttraining fit und ich versuchte meine Waden und Fuesse wieder in den Griff zu kriegen, welche vom Zementboden ziemlich laediert waren.
Auch wenn es mir schwer faellt so hatte ich darueber nachgedacht auf einen Start im Einzel zu verzichten bzw. es etwas lockerer angehen zu lassen um mich voll auf das Doppel zu konzentrieren. Meine erste Runde nutzte ich gegen eine Oesterreicherin um mich an die Hallen Bedingungen und die Lichtverhaeltnisse zu gewoehnen und schnell merkte ich, dass ich noch erhebliche Probleme mit meinen Waden hatte und es unheimlich heiß war. Ich konnte trotzdem in zwei Saetzen gewinnen und wollte im spaeteren Achtelfinale gegen Chloe McGee aus Irland einfach schauen was geht. Ich fuehlte mich in diesem Spiel besser als zuvor und spielte ueberraschend gut, so dass ich den ersten Satz knapp gewinnen konnte. Mein Ziel war ein Sieg in zwei Saetzen, doch nachdem ich dies knapp verpasste, hörte ich im dritten Satz beim Stande von 8-15 auf, da es viel zu heiß und für das Doppel einfach schwachsinnig war. Die Vernunft hat gesiegt, zumal ich erneut an meine Grenzen ging und wieder die 50 Minuten Marke ueberschritt.
Im Doppel konnten wir unsere ersten Runden gegen eine deutsche und gegen eine spanisch-indonesische Paarung locker gewinnen und damit das Halbfinale perfekt machen, wo wir auf Langley/Smith aus England trafen. Da es mir den ganzen Tag schon nicht gut ging und mich Schmerzen am ganzen Koerper und Unwohlsein plagten, war ich mir nicht sicher wie dieses Spiel ausgehen wuerde. Hinzu kam dann auch noch, dass sich Charmaine waehrend des Spiels uebergeben musste. Nach verlorenem erstem Satz standen wir bei 16-20 bereits am Rande einer Niederlage, doch wie auch immer konnten wir den Satz drehen und mit 23-21 gewinnen. Auch im dritten Satz lief es trotz schlechten Wohlbefindens besser für uns und wir konnten diesen mit 21-15 gewinnen und ins Finale einziehen. Ich war froh, als das Spiel vorbei war und ich mich hinlegen konnte mit der Hoffnung, dass es mir am nächsten Tag besser gehe.
Und in der Tat ging es mir am naechsten Morgen etwas besser, auch wenn ich immer noch keinen Appetit hatte. Ich war erstmal froh, dass wir im Finale standen und ich ueberhaupt spielen konnte. Aufgrund dessen gingen wir sehr locker ins Spiel und hatten gegen die hollaendische Paarung Jonathans/Van Dooremalen, welche in der Weltrangliste auf Platz 13 stehen, keine großen Erwartungen. Doch wir legten los wie die Feuerwehr und man konnte sehen, dass unsere Gegner etwas ueberrascht waren. Der erste Satz ging mit 21-12 an uns. Lange Ballwechsel praegten das Spiel und man musste hart um seine Punkte kaempfen. Der zweite Durchgang ging mit 18-21 an die Hollaender. Leider konnten wir im dritten Satz eine 11-7 Fuehrung nicht nutzen und mussten am Ende den Hollaendern nach 1:13 Std. den Vorrang lassen.
Mit dem Abschneiden in der Hitze von Marokko und Spanien war ich sehr zufrieden und nun bin schon wieder in Calgary, wo am Freitag das Super 6 Finals stattfindet.

Liebe Grüsse
Eure Nicole
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