Termine
Suedamerika-Europa-Nordamerika-Asien 06.11.2011

Nach einer Wettkampfpause im August, welche ich groesstenteils in meinem Heimatort in Schopfheim verbracht habe, ging ich mit neuer Energie und voller Tatendrang in die neue Saison und freute mich auf die anstehenden Turniere.
In meiner Badminton freien Zeit hielt ich mich mit Laufen, Krafttraining und Schwimmen fit, so dass ich nach der Pause drei „kleinere“ Turniere in Toronto, Maryland und Calgary nutzte um mich wieder an die Badminton spezifischen Bewegungen zu gewoehnen. Es haette nicht besser laufen koennen und ich konnte alle drei Turniere sowohl im Einzel als auch im Doppel gewinnen. In Toronto starteten wir sogar im Herrendoppel, wo wir drei Runden ueberstanden, uns dann aber knapp gegen die spaeteren Gewinner geschlagen geben mussten.
Nach einer Trainingswoche in Vancouver und Calgary machten wir uns auf den Weg zu einer langen, mehrwoechigen Tour, welche in Suedamerika begann…
In Guatemala City, wo ich im vergangenen Jahr bei den Guatemala International (Challenge) zwei Mal gewinnen konnte, musste ich mich in diesem Jahr in beiden Disziplinen mit dem Viertelfinale zufrieden geben. Im Doppel scheiterten wir an den spaeteren Siegerinnen aus den USA und im Einzel hatte ich gegen die spaetere Finalistin aus der Schweiz das Nachsehen.
Bei den darauffolgenden Brazil International (Challenge) in Sao Paulo hatten wir erneut Auslosungspech und mussten bereits in unserer ersten Runde gegen die Sieger von Guatemala ran. Wir spielten viel besser als in der Woche zuvor, aber auch hier reichte es nicht fuer einen Sieg, so dass das Turnier fruehzeitig fuer uns beendet war. Im Einzel erreichte ich erneut das Viertelfinale, wo ich der spaeteren Finalistin aus Japan unterlag.
Nach einem durchwachsenen Start in Suedamerika ging es weiter nach Europa, wo es besser laufen sollte…
Wir starteten mit einem erfreulichen 2.Platz bei den Czech International (Challenge), wo wir im Finale einer russischen Paarung unterlagen, welche derzeit auf Platz 10 der Weltrangliste geführt wird. Im Einzel war wie schon zuvor im Viertelfinale Endstation, wo ich mal wieder der spaeteren Finalistin, dieses Mal aus Indien, unterlag.
Von Tschechien ging es weiter nach Sofia zu den Bulgarian International (Challenge), wo wir an unsere Leistung anknuepfen wollten. Dies gelang uns auch ganz gut, aber leider konnten wir im Halbfinale gegen eine indische Paarung nicht so richtig ins Spiel finden, was uns am Ende leider den Sieg kostete. Das Finale war greifbar nahe und eigentlich haetten wir gewinnen sollen, koennen, muessen. Im Einzel gab ich im Viertelfinale aufgrund eines Beckenschiefstandes auf.
Nach Sofia standen die Turkiye International (Series) in Antalya auf dem Programm, wo wir erneut einen 3.Platz verbuchen konnten. Im Halbfinale verloren wir mal wieder denkbar knapp gegen die spaeteren Sieger aus Bulgarien, welche unheimlich gut gespielt und verdient gewonnen haben.
Auch hier gab ich im Einzel im Viertelfinale auf, da ich nicht zu viel riskieren und mich auf das Doppel konzentrieren wollte.
Nach vier International Challenge Turnieren und einem International Series Turnier haben wir bewusst fuer die Denmark Open (Premier Super Series) und French Open (Super Series) gemeldet, um uns mit den Top Paarungen zu messen und Spielpraxis auf hohem Niveau zu bekommen. Waehrend man bei den kleineren Turnieren der Gejagte ist, so ist man bei den großen Turnieren ein Underdog und kann locker aufspielen und die besten Paarungen der Welt etwas aergern.
So spielten wir in Odense, was ca. 1,5 Stunden von Kopenhagen entfernt liegt, gegen die derzeit beste englische Paarung und konnten nach 61 Minuten gewinnen und ins Achtelfinale des Premier Super Series einziehen. Dort legten wir gegen eine indonesische Paarung ein weiteres unheimlich gutes Spiel an den Tag und konnten unseren Gegnern sogar einen Satz abknuepfen. Fuer eine Ueberraschung hat es leider nicht ganz gereicht und der Traum des Viertelfinales war nach 78 Minuten ausgetraeumt. Im Einzel durfte ich in Qualifikation gegen eine Hong Kong Chinesin spielen, was ich 50 Minuten lang als Training nutzte und um mich zur Vorbereitung fuer das Doppel an die Halle zu gewoehnen. Ich verlor das Spiel in drei Saetzen.
Bei den darauffolgenden French Open in Paris hatten wir im Doppel genau dieselbe Auslosung, so dass es zu einem Re-Match mit den Englaenderinnen kam. Dieses Spiel war an Spannung nicht zu ueberbieten und dauerte laenger als ein Fußballspiel, genau gesagt 93 Minuten. Die beiden Englaenderinnen hatten das gluecklichere Ende fuer sich und konnten sich für die Niederlage in Daenemark revanchieren. Das Ergebnis sagt alles: 23-21, 23-25, 21-23.
Erneut nutzte ich die Qualifikation im Einzel um mich an die Bedingungen zu gewoehnen und hatte nach gewonnem erstem Spiel sogar noch die Chance mich fuer das Hauptfeld zu qualifizieren. Meine Gegnerin aus Thailand war dann allerdings zu stark und ich unterlag in zwei klaren Saetzen.
Bereits am naechsten Tag machten wir uns auf den Weg nach New York, wo wir am selben Wochenende bei den New York City Open spielten. Trotz Jetlag und Erkaeltung haben wir im Doppel den 2.Platz erreicht und im Einzel gelang mir im Finale sogar ein Sieg gegen meine Dauerrivalin aus China, welche seit einiger Zeit in den USA lebt.
Die Reise nach New York hatte sich auf jeden Fall gelohnt und wir konnten neben einem ueberraschenden Wintereinbruch mit viel Schnee auch noch Halloween miterleben, was in den USA ein großes Spektakel ist.
Nach dem wir ein paar Tage in New York City verbracht haben ging es weiter in Richtung Karibik, wo die Puerto Rico International (Challenge) anstanden. Gespielt wurde in Ponce, was ca. 1,5 Stunden von der Hauptstadt San Juan entfernt liegt. Ich konnte sowohl im Einzel als auch im Doppel das Halbfinale erreichen, was bei den hohen Temperaturen und den schwierigen Sichtverhaeltnissen in der Halle durchaus akzeptabel war.
Nach einem kurzen Stopover in Niagara Falls/Toronto geht es auch schon wieder weiter nach Manama, wo am Mittwoch die Bahrain International (Challenge) beginnen. Im Anschluss stehen die Hong Kong Open (Super Series), China Open (Premier Super Series) und Macau Open (Grand Prix Gold) auf dem Programm.
Neben den ganzen Turnieren bin ich als Reiseverkehrskauffrau taetig und verbringe viele Stunden um die Turniere zu planen und Hotels und Fluege zu buchen. Dies ist nicht immer so einfach wenn man sich von einem zum anderen Kontinent bewegt und dabei auch noch versucht die Kosten so gering wie moeglich zu halten. Es kann schon mal passieren, dass die Leistung darunter leidet, aber im Grossen und Ganzen haben wir dies ganz gut im Griff und versuchen immer unser Bestes zu geben und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Ob es mit meiner dritten Olympia Teilnahme was wird, wird sich in den naechsten Wochen bzw. Monaten zeigen und ist von unterschiedlichen Faktoren abhaengig. Voraussetzung ist natuerlich, dass ich rechtzeitig neben dem Deutschen einen Kanadischen Pass bekomme und wir am Ende der Olympia Qualifikation am 1.Mai 2012 das Bestplatzierte Doppel von Pan Amerika sind. Beides ist nicht einfach, aber machbar und ich schaue gespannt und optimistisch nach vorne…

Ich wuensche euch eine schoene Zeit!
Eure Nicole
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