Termine
Asien - USA - Europa 05.03.2012

Das Jahr 2012 hat gerade erst begonnen und wir haben bereits neun Turniere unterschiedlichster Kategorien hinter uns. Gleich zu Beginn hatte ich die Wahl krank nach Korea und Malaysia zu fliegen oder dem Weltverband (BWF) aufgrund einer Absage insgesamt 1500 USD zu zahlen. Nach langem hin und her kamen Charmaine und ich zum Ergebnis doch nach Asien zu fliegen und einfach das Beste daraus zu machen. Mit unseren Gegnern aus Japan und China hatten wir ohnehin schwierige Aufgaben, welch auch in gesundem Zustand schwierig zu besiegen gewesen waeren. Wichtig war einfach nur die Anwesenheit und Temperaturen von ueber 30 Grad in Kuala Lumpur trugen definitiv zur Genesung bei…
Von Malaysia ging es ueber Bangkok und Tokyo nach Washington DC, Wo wir bereits im letzten Jahr bei den DC Open starteten. Trotz langer Anreise, Jetlag und Schneechaos fuehlten wir uns gut und ich konnte meine beiden Titel vom Vorjahr erfolgreich verteidigen.
Unser naechster Stop brachte uns nach Baltic in Connecticut, wo zum 53.Mal die Connecticut Open aber zum ersten Mal mit uns stattfanden. Gespielt wurde in der Akademie der Heiligen Familie, was frueher eine Kirche war und heute als Sporthalle genutzt wird. Viele Nonnen leben dort und sie waren vom Badminton sehr angetan. Wie schon in DC konnte ich auch hier maximale Erfolge erzielen und beide Disziplinen gewinnen.
Im Anschluss fuhren wir für ein paar Tage nach New York, wo wir im New York Athletic Club unser taegliches Training absolvierten. Bei unglaublichen 16 Grad joggte ich Ende Januar durch den Central Park, wo bereits Fruehlingsgefuehle aufkamen. Die Tage in NY waren wie immer sehr interessant und kurzweilig und wir haben viele interessante Menschen getroffen, die unseren Aufenthalt auf jeden Fall bereicherten.
Von New York aus ging es einmal quer ueber die USA nach Kaliforniern, wo wir in San Diego mal wieder unser Glueck versuchten. Noch nie kamen wir dort ueber ein Halbfinale hinaus, doch in diesem Jahr sollte dies anders werden. Schon allein das Wetter war die 6-stuendige Reise wert, auch wenn wir die meiste Zeit in der Halle verbrachten. Wir konnten im dritten Anlauf nun endlich im Doppel gewinnen und uns in die Siegerliste eintragen. Im Einzel war ich mit dem 2.Platz mehr als zufrieden und musste mich lediglich Rong Bo aus China, meiner Dauerrivalin in den USA, geschlagen geben.
Nach den San Diego Open trainierten wir einige Tage in Calgary, ehe es weiter zu den Seattle Open ging. Wir spielten im selben Club, in welchem Huaiwen Xu, meine ehemalige Nationalmannschaftskollegin, nach ihrem Karriereende als Trainerin taetig war, allerdings seit letztem Jahr in Holland Nationaltrainerin ist. Leider verletzte ich mich im Einzelendspiel gegen Ruilin Huang aus China, so dass ich nach klar gewonnenem ersten Satz aufgab.
Im anschließenden Doppelfinale konnte ich mit Tape spielen und den vierten Turniersieg in Folge mit Charmaine perfekt machen.
Dies war dann auch das Ende unserer erfolgreichen USA Tour und unmittelbar nach den Finalspielen setzten wir uns in den Flieger nach Berlin, wo wir unser Iran Visa abholen mussten. Innerhalb kuerzester Zeit hatten wir es dann auch und einige Stunden spaeter waren wir bereits auf dem Weg nach Teheran. Kurz vor der Landung wurden alle Frauen darauf aufmerksam gemacht beim Verlassen des Flugzeuges ein Kopftuch zu tragen, was wir ja bereits vom letzten Jahr kannten. Den naechsten Tag nutzten wir um uns an die Halle, den Hoehenunterschied (1200m) und die Zeitverschiebung (+11,5 Std.) zu gewoehnen. Aufgrund meiner Verletzung und anderer Faktoren entschied ich mich nicht im Einzel anzutreten. Der Zeitplan war sowieso unmenschlich, da die Frauen nur morgens spielten und man teilweise vier Spiele in kuerzester Zeit absolvieren musste. Leider stand ich in der Auslosung, so dass ich auf das Feld gehen musste, um keine Strafe zu zahlen. Ich spielte einen Satz ohne große Belastung und gab dann auf.
Im Doppel konnten wir uns gegen zwei iranische Paarungen durchsetzten, verloren dann aber im Halbfinale gegen Japaner in zwei knappen Saetzen. Wir hatten den Nachteil, dass sich Charmaine gar nicht gut fuehlte uns sich waehrend des Spiels uebergeben musste. Schade, aber das Finale waere im Normalfall wie im vergangenen Jahr drin gewesen.
Ansonsten haben wir unseren Iran Aufenthalt gut ueberstanden, waren dann aber doch froh im Anschluss oesterreichischen Boden unter unseren Fueßen zu haben.
Wir verbrachten fast eine Woche in Wien, wo wir uns in der Wiener Stadthalle auf die Austrian International vorbereiteten. Nach einem gelungenen Start gegen eine indische Paarung trafen wir erneut auf Japaner, allerdings diese Mal bereits im Viertelfinale. Wir spielten weit unter unseren Moeglichkeiten und konnten nicht an die Leistung des vorherigen Spiels anknuepfen, so dass das Turnier für uns fruehzeitig beendet war. Im Einzel haben wir beide auf einen Start verzichtet.
Meine Laufeinheiten absolvierte ich im Schlosspark des Schlosses Schoenbrunn, wo ich so manche Runde gedreht und gleichzeitig viel vom Park gesehen habe.
Nach den Austrian International ging es weiter zu den German Open nach Muelheim/Ruhr, wo ich von 2006-2008 gewohnt habe. Das Turnier passte in diesem Jahr ganz gut in unsere Reiseplanung und da sonst kein anderes Turnier stattfand plante ich nach fuenf Jahren eine Rueckkehr nach Muelheim. Die absolute Weltspitze war vertreten und wir mussten uns mit den WM Bronzemedaillen Gewinner aus Indien auseinandersetzten. Dies war keine leichte Aufgabe, aber fuer das Teilnehmerfeld absolut akzeptabel. Nach verschlafenem Beginn fanden wir besser ins Spiel und konnten es etwas ausgeglichener gestalten. Am Ende mussten wir dann aber akzeptieren, dass der Angriff unserer Gegner zu gut und sie einfach besser waren.
Nach einer kurzen zweitaegigen Auszeit in Berlin, wo ueber das Wochenende die Waschmaschine auf Hochtouren lief, sind wir nun bei den All England Open in Birmingham, wo wir am Dienstag bereits in der Qualifikation ran muessen. Das Turnier ist so stark besetzt, dass man mit Platz 28 der Weltrangliste in die Qualifikation muss. Und es ist alles andere als einfach sich zu qualifizieren.
Auf dem Weg nach Basel sind wir am Freitag zu Besuch in einer Schule in Zuerich und werden uns dann in meiner Heimat auf die Swiss Open vorbereiten, bei welchen wir im Doppel starten werden. Auch die Swiss Open sind aufgrund der Olympia Qualifikation so stark besetzt wie noch nie, aber da ich an dieses Turnier sowieso keine hohen Erwartungen habe, werden wir einfach mal schauen was kommt. Auf jeden Fall freue ich mich darauf, am meisten natuerlich auf meine Familie.

Viele Gruesse
Eure Nicole

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