Termine
New York-Guatemala-Calgary-V3F-Schopfheim 25.09.2014

Nach meinen unvergesslichen Erlebnissen während der Brazil Open in Rio Anfang August, ging es Ende August für ein paar Tage zum Training nach New York und von dort weiter nach Gutatemala City, wo die Guatemala International ausgetragen wurden.

Während des Training in New York folgten meine Doppelpartnerin Charmaine Reid und ich einer Einladung des Veranstalters der Tennis US Open (USTA) und verbrachten bei wunderschönem Wetter so manche Stunden im Arthur Ashe Stadion. Wir hatten die Möglichkeit unter anderem die Achtelfinalspiele von Serena Williams, Andy Murray, Jo-Wilfried Tsonga, Ekaterina Makarova und Eugenie Bouchard zu sehen, was live mal was anderes war. Manchmal wünschte ich mir eine Tennisspielerin zu sein, aber wenn ich dann zurückblicke und sehe, was mir der Badmintonsport über die vielen Jahre gegeben hat und wie viele interessante und nette Menschen ich durch meinen Sport kennen lernen durfte, dann bin ich froh diesen Weg gewählt zu haben. Und ich bin mir sicher, dass ich dann auch nicht in Schopfheim wohnen würde, was ziemlich schade wäre…

Die Trainingstage im New York Athletic Club verliefen gut und nach dem Abstecher zum Tennis ging es über Houston weiter nach Guatemala City. Charmaine und ich hatten ein paar Tage Zeit um uns an die 1493 Höhenmeter zu gewöhnen, da im Damendoppel mal wieder nur wenige Meldungen vorlagen. Wie bereits in Brasilien wurde auch hier die neue Zählweise 5x11 getestet, was für viele eine Umstellung bedeutete.

Nach einem Freilos in der ersten Runde konnten wir unser Viertelfinalspiel gegen eine Paarung aus Peru souverän in drei Sätzen gewinnen, obwohl es in der drei Felder Halle nicht einfach zu spielen war, allerdings abhängig davon, auf welchem der Felder man spielte. Einige Stunden später standen dann bereits die Halbfinalspiele an, wo wir auf einen neue zusammengestellte Paarung aus Brasilien trafen. Von Beginn aus lief es nicht „rund“ bei uns und wir hatten große Probleme ins Spiel zu finden, unter anderem auch, weil wir nicht gut aufschlugen. Bei der neuen Zählweise konnten wir es nun selber einmal miterleben, dass wenn es mal nicht läuft, dass so ein Satz ruck zuck vorbei sein kann, egal gegen wen man spielt. Trotz allem kämpften wir uns fünf Sätze lang durch, doch am Ende stand für uns nach 53 Minuten eine Niederlage auf dem Papier, welche wir wohl oder übel akzeptieren mussten. Für die Brasilianerinnen ein toller Erfolg, für uns eher eine Enttäuschung, zumal wir insgeheim schon mit dem Finale gerechnet haben. Nichts desto trotz konnten wir genügend Weltranglistenpunkte sammeln, um uns in den Top 40 und das mit „nur“ 10 Turnierteilnahmen in einem Jahr, zu etablieren.

Am Finaltag nutzen wir dann die Möglichkeit etwas vom Land und Leuten zu sehen und machten einen Ausflug nach Antigua, eine Kleinstadt mit ungefähr 35.000 Einwohnern, welche eine der touristischen Hauptattraktionen Guatemalas ist und seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. In Sichtweite liegen die Vulkane Agua, Acatenango und der noch aktive Vulkan Fuego, welche leider an diesem Tag aufgrund des schlechten Wetters nicht zu sehen waren.

Nächster Stopp, Calgary, wo Training und einige soziale Engagements auf dem Programm standen. Nach dem am Tag zuvor noch sommerliche Temperaturen von 25 Grad herrschten, wurden wir von einem heftigen Schneesturm empfangen, was für die Jahreszeit eher ungewöhnlich war. Durch die Schneemassen, es lagen ungefähr 10cm Neuschnee, stürzten Bäume um und Äste brachen ab, welche auf Stromleitungen fielen und enormen Schaden anrichteten. 30.000 Menschen waren in Calgary ohne Strom und auch wir mussten drei Tage lang ohne Strom und nur 10 Grad im Haus auskommen. Auch diese Erfahrung muss man mal gemacht haben, denn dann merkt man erst, wie sehr man auf Strom angewiesen ist. Ich hielt mich durch tägliches Training warm und wir nutzen die Woche um einigen sozialen Engagements nach zu kommen.

So spielten wir mit einem jungen Mädchen Badminton, deren Mutter in einer stillen Auktion neben zwei adidas Schlägern und einem Shirt, auch eine Stunde Badminton mit Charmaine und mir ersteigert hat. Außerdem spielten wir mit einer sehr netten Familie zwei Stunden Badminton, deren Familienvater uns vor einiger Zeit angesprochen hat. Sowohl die Eltern als auch die drei Kinder waren sehr glücklich die Möglichkeit gehabt zu haben mit zwei Olympioniken zu trainieren und wertvolle Tipps zu bekommen. Es ist immer wieder schön zu sehen wie glücklich man Leute mit Badminton machen kann…

Nachdem der Schnee weg und der Strom wieder da war und auch das Thermometer wieder Temperaturen von 25 Grad anzeigte, ging mein Flieger auch schon wieder Richtung Heimat.

Einen Tag nach meiner Ankunft in Schopfheim, besuchte ich meinen neuen Verein V3F (Volant des 3 Frontieres) in Village Neuf, wo ich meinen Vertrag für die kommende Saison in der Nationalliga 1 unterzeichnete und mit den Vereinsmitgliedern trainierte. Ich wurde herzlich aufgenommen und es ist schön die Möglichkeit zu haben in einer Top Liga in unmittelbarer Nähe von Schopfheim zu spielen.

Mit dem Verein habe ich vereinbart, dass ich gelegentlich zum Einsatz kommen werde, sofern es von beiden Seiten aus passt. Und dies war am vergangenen Wochenende bereits der Fall.

Wir starteten die Saison mit einem Ausswärtsspiel gegen Senart, was mit einer etwas längeren Anreise verbunden war. Mit dem TGV ging es von Mulhouse nach Paris und von dort waren es noch mal 50 Minuten bis Combs-La-Ville, wo das Spiel stattgefunden hat. Es werden pro Spieltag acht Spiele gespielt, aber im Vergleich zu Deutschland nicht drei, sondern nur zwei Herreneinzel, dafür aber ein zweites Dameneinzel und es werden zwei Mixed gespielt, was ich so auch noch nicht kannte. Eine Regel in Frankreich besagt, dass man für die Saison so viele Spieler wie man will einkaufen kann, allerdings dürfen pro Spieltag nur zwei neue Spieler eingesetzt werden, was ich nicht wirklich zweckmäßig finde. Neu eingekauft hat V3F jeweils einen Herr aus Wales und der Ukraine und jeweils eine Dame aus Belgien und mich aus Deutschland. Beim Spiel am Sonntag kamen der Walliser und ich zum Einsatz und wir sorgten beide im 1.Mixed für den ersten Punkt. Auch in den 1.Einzeln konnten wir beide Punkten, auch wenn ich mit meiner Gegnerin aus Serbien keine leichte Aufgabe hatte. Leider blieb es bei den drei Punkten und die Mannschaft musste als Aufsteiger eine knappe 3-5 Niederlage hinnehmen. Es war für mich jedenfalls eine tolle und vor allem neue Erfahrung mal in Frankreich zu spielen und ich würde mich freuen, wenn es nochmal zu einem oder mehreren Einsätzen kommen würde…

Aber jetzt liegt mein Fokus erst einmal auf einer Schultour durch das Wiesental, welche ich zusammen mit meiner Doppelpartnerin organisiert habe. Wir planen vom 29.09.-10.10.2014 acht Schulbesuche in Schopfheim, Fahrnau, Hausen, Zell und Tegernau, zwei Schulbesuche in der Region von Lörrach und einen Schulbesuch in Basel.

Das Ziel dieses Schulprojektes ist es, die Kinder zum Sporttreiben zu motivieren und zu inspirieren, und ihnen zurückzugeben, was man in all den Jahren der Leistungssportkarriere erfahren durfte.

Seit vielen Jahren besuchen wir bereits neben Turnierteilnahmen weltweit Schulen und nun freue ich mich auf eine Tour durch meine Heimat, mit dem Ziel als Vorbild möglichst viele Kinder für ein aktives Leben zu begeistern.
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