Termine
Mauritius International 02.-04.05.03

Wenn man Mauritius hört denkt man an Urlaub, Sonne, Strand u. Meer. Doch mich zog es aus einem ganz anderen Grund auf die östlich von Madagaskar im Indischen Ozean gelegene Insel. Und zwar galt es für mich, Punkte für die am 01.Mai beginnende Olympiaqualifikation zu sammeln. Denn von nun an gilt es, bis zum Ende der Qualifikation am 30.04.2004 viele Turniere zu spielen, von welchen die 10 besten in die Wertung kommen. D.h. wenn man das ein oder andere Turnier mal nicht so gut spielt, hat man immer noch die Möglichkeit die schlechte Wertung durch ein besseres Ergebnis bei einem anderen Turnier zu ersetzen. Allerdings hängt dies davon ab, wie viel finanzielle Mittel man zur Verfügung hat. Von unserem Verband sind kaum Zuwendungen zu erwarten, so dass ich einen großen Teil der Olympiaqualifikation selbst tragen muss. Die Bundeswehr, der Energie Dienst, die Württembergische Versicherung, die Deutsche Sporthilfe u. mein Verein ermöglichen es mir, die Turniere zu besuchen, worüber ich sehr froh u. dankbar bin.

Auf jeden Fall dachten wir, dass die Mauritius International ein guter Einstieg in das Qualifikationsjahr sein könne. Doch dies dachten auch andere Nationen u. so kam es, dass Spieler aus 14 Nationen meldeten, darunter Japan, Indien, Australien, Spanien, Frankreich usw. Es versprach ein überraschend stark besetztes Turnier zu werden. Allein im Dameneinzel waren fünf der Top 20 der Weltrangliste am Start. Nachdem ich meine erste Runde gegen eine Südafrikanerin locker gewinnen konnte, war das Achtelfinale alles andere als einfach für mich. Meine Gegnerin aus Indien machte mir das Leben ganz schön schwer, doch glücklicherweise  konnte ich das Spiel in zwei knappen Sätzen für mich entscheiden. Nun stand ich also im Viertelfinale, wo ich auf die Nr.9 der aktuellen Weltrangliste aus Japan traf. Ich spielte von Anfang an konzentriert u. aggressiv u. konnte den ersten Satz für mich entscheiden. Im zweiten Satz führte ich bereits 9-6, ehe ich mich durch Fehlentscheidungen aus dem Spiel bringen ließ. Völlig entnervt verlor ich diesen Satz u. hatte im dritten dann nicht mehr viel entgegenzusetzen. Ich hatte so das Gefühl, als ob ich dem nicht gewonnen zweiten Satz nachtrauerte. Na ja, es ist doch gut zu wissen, dass ich gegen eine so gute Spielerin mithalten u. mit ein bisschen mehr Entschlossenheit sogar gewinnen kann. Witzig fand ich allerdings, dass meiner Gegnerin das gleiche im Finale passierte. Der Unterschied war nur, dass sie nach gewonnenem ersten Satz, im zweiten mehrere Matchbälle hatte u. dann doch noch in drei Sätzen verlor. Ein Phänomen, aber das ist eben Sport…

Im Doppel dagegen waren nur 16 Paarungen am Start. Wir spielten in der ersten Runde gegen das beste französische Paar u. konnten relativ locker gewinnen. Das Viertelfinale wurde dann um einiges einfacher, denn dort trafen wir auf eine Paarung aus Mauritius. Nach ungefähr 15 Minuten war dann das Halbfinale erreicht, wo wir auf die an 2 gesetzten Walliser u. Vorjahressieger trafen. Auch dieses Spiel konnten wir ohne große Mühe gewinnen u. zogen ins Finale der Mauritius International ein. Dort spielten wir gegen eine japanische Paarung, welche momentan den 10.Platz der Weltrangliste einnehmen. Bereits in Korea hatten wir im Viertelfinale Japaner besiegt u. so gingen wir voller Zuversicht in dieses Finale. Nachdem wir den ersten Satz trotz Gegenwind 15-9 gewinnen konnten, nützten wir im zweiten Satz den Rückenwind u. griffen fast nur noch an, womit wir dann auch erfolgreich waren. Wir gewannen diesen Satz mit 15-4 u. konnten somit unseren ersten gemeinsamen Turniersieg feiern.

Ich würde sagen, dass Mauritius eine Reise wert war, auch wenn wir nur einen flüchtigen Eindruck von der paradiesischen Insel bekommen haben.

Eigentlich sollte es am 9.Mai zur Weltmeisterschaft nach Birmingham gehen, doch aufgrund SARS wurde die WM auf einen unbestimmten Zeitraum verschoben. Somit habe ich nun drei Trainingswochen vor mir, in denen ich mich auf mein nächstes Turnier, die Spanish Open Ende Mai in Madrid vorbereite. Ich werde dann wieder darüber berichten.

 

Bis dann…

Eure Nicole

 

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