Termine
Japan Open in Tokio 06.-11.04.04

Im Anschluss an die Korea Open in Chungju City ging es weiter nach Tokio zu den Japan Open, wo ich für die größte Überraschung des Turniers sorgte….

Aufgrund der vielen Turniere, ich habe innerhalb von einem Jahr bereits 25 int. Turniere gespielt, verzichtete ich aufgrund der zu großen Belastung beim ein oder anderen Turnier auf einen Start im Einzel, um mich voll auf das Doppel mit Juliane zu konzentrieren. Es ist eben nicht immer einfach auf zwei Hochzeiten zu tanzen u. bislang war meine Entscheidung auch immer goldrichtig. In Japan wollte ich dann mal wieder in beiden Disziplinen starten. Als ich allerdings meine Auslosung sah, dachte ich, dass es wohl besser gewesen wäre nicht zu spielen. Ich musste doch tatsächlich direkt in der ersten Runde gegen Vorjahressiegerin Camilla Martin spielen, die bei diesem Turnier an sechs gesetzt war. Nach ihrer Verletzung bei den All England Open Mitte März in Birmingham war es für sie der erste Test auf internationaler Ebene. Bereits beim Einspielen merkte ich, dass sie sich noch etwas vorsichtig bewegte u. Probleme hatte an meine Drops ranzukommen. Nun gut, ich versuchte einfach mein Spiel zu machen u. mich nicht zu viel mit ihrer Situation zu beschäftigen. Beim Stande von 2-0 war des Öfteren Aufschlagwechsel ohne dass jemand einen Punkt machen konnte. Dann schaffte ich es schließlich lange Ballwechsel zu gehen, so dass sie sich ordentlich bewegen musste. Nach kurzer Zeit führte ich dann 7-2 u. konnte diesen Satz auch mit 11-2 gewinnen. Ich machte plötzlich keine Fehler mehr u. versuchte kontrolliert offensiv zu spielen, was mir sehr gut gelang. Im zweiten Satz wurde Camilla  sicherer u. es wurde schwierig für mich dagegen zu halten. Sie hat unheimlich viele gezockte Schläge drauf, so dass es wichtig war, dass ich mich nicht zu früh bewegte. Mitte des Satzes merkte ich wie ich etwas müde wurde, doch ich hielt dagegen u. kämpfte weiter. Beim Stande von 10-8 hatte ich meinen ersten Matchball u. wurde etwas unlocker. Ich meine, so oft kommt es ja auch nicht vor, dass man gegen Camilla Martin einen Matchball hat. Nachdem ich diesen nicht nutzen konnte, machte ich bei 11-11 mit einem langen Rückhandaufschlag einen direkten Punkt, worüber sie sehr verärgert war. Dadurch machte sie im Ballwechsel danach einen leichten Fehler u. ich konnte das Spiel nach 33 Minuten gewinnen. Unglaublich, aber sie hat mir eine Chance gegeben u. ich habe sie genutzt. Was Camilla über das Spiel gesagt hat könnt ihr auf www.worldbadminton.net unter Sayonara Camilla, konnichiwa Nicole nachlesen.

Genau vier Stunden später waren die Achtelfinalspiele angesetzt, wo ich auf die amtierende Europameisterin Yao Yie aus Holland traf. Vor einem Jahr hatte ich hier bereits das Vergnügen gegen sie zu spielen u. konnte in drei Sätzen gewinnen. Doch dieses Mal sah es von Anfang an gar nicht gut für mich aus. Dem Tempo war ich im ersten Satz absolut nicht gewachsen u. gab diesen recht klar 3-11 ab. Beim Stande von 4-8 explodierte ich dann förmlich u. von nun an dominierte ich das Geschehen. Ich führte schließlich wie schon gegen Camilla 10-8 u. konnte den Sack mal wieder nicht zu machen. Dann führte Yie 12-10, doch glücklicherweise machte sie zwei leichte Fehler u. ich konnte den Satz 13-12 gewinnen. Im dritten Satz fühlte ich mich von Beginn an sicher u. konnte gleich mit 6-2 in Führung gehen. Es gelang mir durch lange Ballwechsel die Führung auszubauen u. es war nicht zu übersehen, dass meine Gegnerin müde war. Dies baute mich umso mehr auf u. ich gab alles was in meinen Kräften stand. Dieses Mal ließ ich bei einer 10-4 Führung nichts mehr anbrennen  u. verwandelte direkt den ersten Matchball. Somit stand ich im Viertelfinale der diesjährigen Japan Open. Was für ein wundervoller Tag!

Nachdem ich die Europameisterin besiegen konnte traf ich im Viertelfinale auf die amtierende Weltmeisterin Zhang Ning aus China. Bereits beim Einspielen merkte ich, dass ich die Bälle nicht richtig treffe, da es total windig war in der Halle. Rechtzeitig zu meinem Spiel wurde die Klimaanlage eingeschaltet, da es unmenschlich heiß war. Leider war ich zu sehr mit dem Wind beschäftigt als dass ich mich auf das Spiel hätte konzentrieren können. Ich machte so  viele leichte Fehler, da ich absolut keine Kontrolle über die Schläge hatte. Anstatt die Bälle über die Mitte zu spielen versuchte ich sie auf die Linie zu setzen mit dem Ergebnis, dass sie alle ins Aus wehten. Trotz allem war das Spiel okay u. ich musste mich mit 6-11 u. 2-11 geschlagen geben.

Im Doppel hatten wir dieses Mal eines der schwersten Lose überhaupt. Wir spielten zwar gut gegen die Weltranglistendritten Ra u. Lee aus Korea (9-15/6-15), aber eine Chance einen Satz zu gewinnen hatten wir nicht wirklich. Wir hielten gut mir, gingen lange Ballwechsel, aber das bessere Ende hatten dann meistens die Koreanerinnen. Gut das wir in Korea das Achtelfinale erreichen konnten u. die Punkte hier nicht unbedingt  brauchten.

Unmittelbar nach dem Turnier geht es zur Europameisterschaft nach Genf, welches das letzte Turnier in der Olympiaqualifikation sein wird. Ein wunderschöner Abschluss wäre natürlich, wenn ich mit einer Medaille nach Hause kehren würde. Ich hoffe ihr denkt an mich u. drückt mir ganz fest die Daumen! Werde euch auf dem Laufenden halten!

 

Eure Nicole

 

 

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