Termine
Bitburger-Open in Saarbrücken v. 05.10. - 09.10.05

Nach den Greece Open in Thessaloniki blieben uns noch zwei Tage Zeit zum Verschnaufen ehe es bei den Bitburger Open in Saarbrücken weiterging. Ich blieb die beiden Tage bei Juliane in Krefeld u. wir hielten uns mit Lauf-, Kraft-, und Hallentraining fit. Bei strahlendem Sonnenschein machten wir uns guter Dinge auf den Weg ins Saarland...

Im Einzel traf ich in der ersten Runde auf die Schwedin Eline Bergblom, die sich in der Qualifikation durchsetzte. Von Beginn an merkte ich, dass ich weder mit den Bällen noch mit dem Hallenboden zurecht kam und beschäftigte mehr damit als mit dem Spielgeschehen. Trotz meiner Unzufriedenheit konnte ich durch meinen Kampfgeist den ersten Satz mit 11-6 gewinnen. Im zweiten wurde ich zusehens unsicherer u. haderte mit dem Treffpunkt und dem Gefühl für die Bälle. So verlor ich diesen mit 4-11. Nun kam der Entscheidungssatz. Nach einem 4-8 Rückstand hatte ich eh nichts mehr zu verlieren u. spielte plötzlich locker auf u. fand dadurch auch wieder die richtige Länge in den Schlägen. Nach einer sensationellen Aufholjagd konnte ich den Satz und somit das Spiel mit 11-9 gewinnen. Es war sehr wichtig für mich, dass ich nach langer Zeit mal wieder so ein knappes Spiel gewinnen konnte. Tut unheimlich gut für das Selbstvertrauen. Im Achtelfinale wartete die an 6 gesetzte Neuseeländerin Rebecca Bellingham auf mich. Wie schon im ersten Spiel konnte ich auch dieses Mal den ersten Satz gewinnen. Den zweiten verlor ich dann knapp und ich durfte erneut in den dritten Satz gehen. Diesen hatte ich von Anfang an im Griff und konnte mit 11-4 gewinnen. Nun stand ich im Viertelfinale, wo ich auf die an zwei gesetzte Xing aus Singapur traf. Wie schon in den Spielen zuvor konnte ich den ersten Satz für mich entscheiden. Ich fühlte mich viel sicherer in meinem dritten Einzel und man merkte, dass das Selbstvertrauen langsam zurück kam. Beim Stande von 7-9 im zweiten Satz hechtete ich zum Ball, erreichte diesen auch, doch leider war die Qualität nicht gut genug, so dass meine Gegnerin den Punkt machen konnte. Da es ein wenig im Oberschenkel zog, legte ich eine schöfperische Pause ein und war danach wieder klar für den weiteren Spielverlauf. Ich war wieder am Drücker und hatte die Chance zum 9-10 gehabt, hätte der Linienrichter den Ball an der Grundlinie nicht gut gegeben, welcher eigentlich aus war. So verlor ich denkbar knapp mit 8-11 und hatte mal wieder das Vergnügen einen dritten Satz zu spielen... J Allerdings geriet ich recht schnell in Rückstand, konnte zwar noch bis 5-9 rankommen ehe meine Gegnerin das Spiel mit 5-11 für sich entschied.

Auf der einen Seite war ich enttäuscht, auf der anderen Seite wußte ich, dass ich nun meine ganze Energie ins Doppel setzten konnte.

An eins gesetzt hatten wir gleich in der ersten Runde ein richtig taffes Match gegen das beste schwedische Doppel. Nach langen Ballwechseln u. viel Einsatz konnten wir den ersten Satz für uns entscheiden. Im zweiten wurden wir ein wenig zu passiv u. hatten nicht mehr die richtige Länge in den Schlägen., so dass wir diesen verloren. Erneut musst(e)n wir/ich über einen dritten Satz gehen, in welchem es zuerst gar nicht gut für uns aussah. Nach einem 4-8 Rückstand beschlossen wir, dass sich jeder nur noch auf sich konzentrierte, was sich als die richtige Taktik rausstellte. Jeder machte seins u. damit waren wir sehr erfolgreich. Wir holten Punkt für Punkt auf und konnten schliesslich mit 15-9 gewinnen und ins Viertelfinale einziehen. Dort trafen wir auf die deutsche Paarung Marinello/Piotrowski. Aufgrund der Tatsache, dass ich schon vier 3-Satzspiele in den Knochen hatte war ich in diesem Spiel nicht mehr ganz so frisch, aber der Kampfgeist stimmte nach wie vor...

Nach sehr zähem Spielverlauf konnten wir den ersten Satz mit 15-10 gewinnen. Beim Stande von 8-5 für uns gab Marinello aufgrund Herzrhythmusstörungen auf. Das ist zwar nicht schön das Spiel so abbrechen zu müssen, aber mir war es ganz recht, denn so konnte ich meine Kräfte sparen. Das Halbfinale gegen die Japanerinnen Yamada/Matsuo versrach ein wahrer Krimi zu werden u. war nichts für schwache Nerven...

Unglaublich lange Ballwechsel prägten das Spiel u. nach 40 Minunten konnten wir den ersten Satz mit 15-9 gewinnen. Zu Beginn des zweiten Satzes waren wir noch voll klar bis dann ein Einbruch kam u. wir diesen Satz quasi abschenkten. Wir gerieten gleich mit 2-10 in Rückstand, weil wir keinen Fokus mehr hatten und viele Fehler machten.  Die Hoffnung lag dann auf dem dritten Satz. Ich hatte bislang ja nur gute Erfahrungen mit dritten Sätzen u. deshalb ging ich nach der Pause zuversichtlich ins Spiel. Nach einer 10-7 Führung stand es kurze Zeit später 10-13 u. nun galt es höchste Konzentration zu haben u. sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. In dieser entscheidenden Phase spielten wir sehr souverän u. konnten die langen Rallys gewinnen. Als Juliane beim Stande von 14-13 den Matchball am Netz verwandelte sank ich zu Boden u. jubelte. Ein unglaubliches Spiel mit einem Happy End...

Das Finale war nun wie schon vor zwei Jahren erreicht, doch leider kam es nicht dazu. Unsere Gegner, ebenfalls aus Japan, sagten 4 Stunden vor Spielbeginn das Finale ab, da sich die eine im Einzel Halbfinale verletzt hatte u. kaum noch gehen konnte. Nun gut, wir hätten zwar gerne gespielt, zumal die Atmosphäre u. die Zuschauer klasse waren, aber nach den 17 Sätzen, die ich bislang gespielt hatte, freute sich mein Körper, dass er sich nicht nochmal dieser hohen Belastung aussetzen musste.

Ich kann abschließend nur sagen, dass es mal wieder eine sehr gelungene Veranstaltung in der Saarlandhalle war. Auf diesem Wege nochmal ein großes Lob an den Ausrichter, der es erneut geschafft hat, ein super organisiertes Turnier auf die Beine zu stellen.

Wie schon nach Griechenland verbleiben uns zwei Tage zum Erholen, ehe es zu den Dutch Open nach Hertogenbosch weitergeht. Bei mir gilt es in erster Linie meine Oberschenkelverhärtung in den Griff zu bekommen u. mich mit lockerem Training fit zu halten. Ich hoffe ihr drückt mir für  Holland die Daumen und schaut bald mal wieder vorbei...

 

Bis bald

Eure Nicole 

 

» Übersicht Aktuelles » nach oben