Termine
Scottish Open in Glasgow 24.-27.11.05/Länderspiele/Bundesliga

Nur drei Wochen nach unserem Sieg bei den Norwegian International standen die Scottish Open in Glasgow auf dem Programm, welche wir bislang nie gewinnen konnten, aber schon zweimal im Finale standen. In diesem Jahr standen die Chancen gut das Turnier zu gewinnen, doch leider musste Juliane kurz vorher absagen, da sie sich eine Schulterverletzung zugezogen hatte. Nach Julianes Absage beschloss ich trotzdem nach Glasgow zu fliegen, da ich mir dachte, dass Spielpraxis nie schaden könne…

Nachdem ich meine erste Runde im Einzel locker gegen eine Spielerin aus Zypern gewinnen konnte, hatte ich bereits in der zweiten Runde mit der Russin Ananina eine schwere Nuss zu knacken. Der erste Satz gestaltete sich recht ausgeglichen, wobei die Russin den Ton angab und mir durch ihr kraftvolles u. genaues Spiel das Leben schwer machte. Ich verlor diesen Satz mit 9-11 und war nicht so richtig zufrieden, da ich mich aufgrund der Kälte in der Halle nicht so gut bewegte. Im zweiten Satz konnte ich gleich mit 5-0 in Führung gehen, doch das sollte es dann auch schon gewesen sein. Ich bewegte mich immer schlechter und rannte den Bällen nur noch hinterher. Außerdem spielte ich meiner Gegnerin die Bälle schön in die Reichweite, was es ihr sehr leicht machte und so verlor ich mit 5-11.

Im Einzel schied ich also im Achtelfinale aus und nun galt es mich auf das Doppel zu konzentrieren. Ich spielte mit Larissa Griga aus der Ukraine, mit der ich ohne große Mühe das Halbfinale erreichte. Dort war dann allerdings gegen die eingespielte Paarung Persson/Bergblom aus Schweden Endstation.

Nichts desto trotz hat es mir, wenn es für mich auch zu kalt in der Halle war, wie immer sehr viel Spaß gemacht in Schottland zu spielen, auch wenn ich meine Doppelpartnerin Juliane ganz schön vermisst habe. Bis dato war ja auch alles in Ordnung, wäre da nicht meine Rückreise am Sonntag gewesen…

Ich hatte einen Rückflug auf 7.00 Uhr am Sonntagmorgen gebucht, was bedeutete, dass ich um 4.30 Uhr aufstehen musste, da der Flughafen etwas außerhalb lag und nur mit der Bahn oder mit dem Taxi zu erreichen war. Pünktlich um 6.00 Uhr checkte ich dann ein und als ich Richtung Gate gehen wollte kam auch schon eine Durchsage, dass der Flug verspätet sei. Ich nahm dies mit Fassung und wartete auf eine erneute Durchsage. Diese kam und kam nicht. Dann so gegen 8.00 Uhr wurde den Passagieren mitgeteilt, dass sich der Flug auf unbestimmte Zeit verspäte. Nun saß ich also da. Keiner wusste so recht was los ist und alle warteten gespannt auf die nächste Ansage, die leider erstmal ausblieb. Um 10.00 Uhr hieß es dann, dass die Maschine defekt sei und man sich um eine andere Maschine kümmere. Das Warten ging weiter, die Passagiere wurden immer unruhiger und zu guter Letzt kam dann um 13 Uhr die Durchsage, dass der Flug gestrichen sei. Super, dachte ich und habe irgendwo aufgeschnappt, dass man nach 3h Verspätung kostenlos umbuchen könne. Ich versuchte mein Glück auf der Maschine nach Düsseldorf Weeze, wo noch 5 Plätze frei waren und ungefähr 60 Passagiere diese Plätze wollten. Glücklicherweise bekam ich einen und war erstmal froh, dass ich nicht noch weitere Stunden am Flughafen verbringen musste. Schließlich landete ich dann um 17.00 Uhr in Düsseldorf, wo mich eine Spielerin abholte und in Essen in den Zug setzte. Ich war heilfroh und fix und fertig zugleich, als ich nach 20 Stunden endlich zu Hause in Berlin war. Oh man, was für ein Tag…

Bereits am Dienstag, den 29.11.05 musste ich dann auch schon wieder los, da ich für Huaiwen Xu, unsere WM-Bronzemedaillengewinnerin, bei zwei Länderspielen einspringen musste, da diese aufgrund einer Achillessehnenentzündung drei Wochen pausieren musste. So richtig erfreut war ich nicht darüber, zumal dies mit erheblichem Aufwand verbunden war. Aber was macht man nicht alles…

Das erste Länderspiel fand in Viernheim vor 850 Zuschauern statt, welches wir leider mit 2-3 verloren haben. Ich hatte das Vergnügen gegen Hongjang Pi, Nr. 4 der aktuellen Weltrangliste, zu spielen. Da ich völlig gestresst und genervt zum Spiel anreiste, ich war ca. 20 Min. vor Spielbeginn in der Halle, versuchte ich alles das zu geben, was zu diesem Zeitpunkt möglich war. Wir spielten nach dem neuen Rally Point System, d.h. zwei Gewinnsätze bis 21, wobei jeder Punkt zählt. Ich lieferte ein ganz ordentliches Spiel ab, aber von einem Sieg war ich weit entfernt. Als das Länderspiel zu Ende war wurde in der Halle noch zusammen gegessen und dann fuhren wir zur Landessportschule nach Saarbrücken, wo wir übernachteten.

Am nächsten Mittag ging es dann auch schon wieder weiter nach Straßburg. Ein Lichtblick an diesem Tag war, dass ich meine Eltern beim Länderspiel sehen konnte… :o) Im Vergleich zum Vortag waren höchstens 300 Zuschauer in der Halle und die Organisation ließ zu wünschen übrig. Ich gab erneut alles gegen Pi und machte ein ganz solides Spiel, auch wenn ich mich noch müder fühlte als tags zuvor. Schlussends konnten wir 3-2 gewinnen und den Spieß umdrehen, auch wenn ich keinen Punkt beisteuern konnte. Nach dem Spiel wurden wir von den Franzosen zu einem 3-Gänge Menü eingeladen, was für mitten in der Nacht sehr üppig, aber lecker war. Nachdem ich in Straßburg im Hotel übernachtete brachten mich die Franzosen am nächsten Morgen zur Bushaltestelle, von wo aus ich mit dem Airport Shuttle nach Frankfurt zum Flughafen fuhr. Normalerweise dauert die Fahrt 2.45 Std., wären wir nicht über 1,5 Std. im Stau gestanden. Und schon wieder wurden meine Nerven strapaziert, doch ich versuchte es mit Fassung zu tragen und war froh, dass ich gerade noch pünktlich beim Check in war und nach Berlin fliegen konnte.

Nun galt es sich von den ganzen Reisestrapazen zu erholen, denn bereits am Sonntag, den 04.12.05 stand ein wichtiges Bundesligaspiel gegen den Tabellenersten aus Bischmisheim an. Als ich dann Sonntag in die Halle kam, traute ich meinen Augen nicht, als mir Huaiwen Xu völlig erholt und schmerzfrei auf dem Feld gegenüberstand. Am Dienstag und Mittwoch war die Achillessehne noch so sehr entzündet, dass sie die Länderspiele nicht spielen konnte, und am Sonntag hüpfte sie wie ein junges Reh über’s Feld. Wunder gibt es immer wieder…

Das Ende vom Lied war, dass sie beide Spiele, sowohl das Einzel als auch das Doppel, gegen uns gewann und ich somit meine erste Niederlage in dieser Saison einstecken musste. Ich war total alle und leer, knickte bereits beim Einspielen um und konnte meine Leistung an diesem Tag absolut nicht abrufen. Trotz allem konnten wir Bischmisheim einen Punkt abknöpfen und mit dem Unentschieden konnten auch alle Beteiligten zufrieden sein.

Zwei Tage nach dem Spiel knickte ich erneut im Training um, was mir dann schon zu denken gab. Meistens ist dies auf Müdigkeit und die dadurch resultierende Unkonzentriertheit zurückzuführen und so beschloss ich auf die Irish Open in Lisburn zu verzichten und den „Akku“ wieder neu aufzuladen, was im Nachhinein auch die richtige Entscheidung war, auch wenn ich das Turnier gerne gespielt hätte.

Am 17./18.12. stehen noch zwei Bundeligaspieltage an und am 20.12. werde ich meine Familie in Schopfheim besuchen, worauf ich mich schon sehr freue, ehe am 27.12. schon wieder Training in Berlin auf dem Programm steht.

Bereits am 3. Januar geht es mit den Swiss Open in Basel weiter, gefolgt von den German Open in Mülheim und den All England Open in Birmingham.

Ich wünsche euch ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Eure

Nicole

 

» Übersicht Aktuelles » nach oben