Termine
Turniere, Bundesliga, Länderspiele 13.04.07

Es sind mittlerweile schon wieder einige Wochen vergangen und nun es mal wieder an der Zeit euch zu berichten, was ich in dieser Zeit so alles erlebt habe…

Nach meinem 100.Länderspiel in Erlangen standen noch ein weiteres Länderspiel in England auf dem Programm, sowie die letzten vier Bundesligaspiele in der Rückrunde, ehe dann eine dreiwöchige Turnierserie auf uns wartete.

Gleich beim ersten der drei Turniere, den German Open, welche vor unserer Haustür in Mülheim ausgetragen wurden, konnten wir uns bis ins Viertelfinale vorspielen. So konnten wir in der ersten Runde die an drei gesetzte Paarung Nedelcheva/Dimova aus Bulgarien in drei Sätzen besiegen. Dieser Sieg war für unser Selbstvertrauen sehr wichtig und zeigte uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Unsere Einstellung passte, das Auftreten stimmte und wir hielten immer dagegen, was unsere Gegner mürbe machte. Das Achtelfinale wurde dann etwas lockerer, was unter anderem auch daran lag, dass die Inderinnen nicht wirklich viel getroffen haben. Es wollte irgendwie kein Spiel aufkommen und so begrenzte es sich auf die ersten drei Schläge, wobei unsere Gegnerinnen sehr viele Fehler machten. Gerade in solchen Spielen ist es wichtig, dass man selber konzentriert bleibt und sich nicht anstecken lässt.

Das Viertelfinale war also erreicht und auch dort hatten wir mit dem zweiten koreanischen Doppel Hwang/Kim eine lösbare Aufgabe. Leider konnten wir nicht unsere beste Leistung abrufen, so dass wir die beiden zwar ein bisschen ärgern, nicht aber wirklich gefährden konnten. Schade, da wäre noch mehr drin gewesen. Aber dafür ist es wichtig, dass alles stimmt und man sich auf das Spiel konzentrieren kann…

Nichts desto trotz war ich mit dem Abschneiden zufrieden und freute mich auf die darauf folgenden Turniere.

Denn bereits vier Tage später ging es weiter zu den All England Open nach Birmingham. Dieses Turnier zählt zu den Super Series Turnieren, von denen zwölf pro Jahr gespielt werden und welche nach Olympia und Weltmeisterschaften den größten Stellenwert haben. Wir hatten exakt die gleiche Auslosung wie zwei Monate zuvor beim letzten Super Series Turnier in Korea, wo wir auf Ramawhati/Eymard aus Frankreich trafen. Während wir dort noch etwas mehr Mühe hatten, wir waren auch gerade erst wieder zwei Wochen im Training, konnten wir dieses Mal souverän gewinnen und ins Achtelfinale einziehen. Dort trafen wir auf die amtierenden Olympiasiegerinnen Zhang/Yang aus China. Bundestrainer Detlef Poste stellte uns vor dem Spiel ein und gab uns einige Aufgaben mit ins Spiel. Wir sollten einfach mal was ausprobieren, z.Bsp. offensiv in die Aufschläge gehen, vorgezogene Abwehr, egal aus welcher Position sie angreifen. Dies gelang uns richtig gut und wir machten ein verdammt gutes Spiel. Auch wenn wir nur 12 und 9 Punkte bekamen, so dauerte das Spiel immerhin 35 Minuten, was gegen die „Maschinen“ aus China eine super Leistung war. Es ist immer wieder faszinierend, wie stark die Chinesinnen im Damendoppel sind. Sie sind einfach eine Macht und da wird sich in nächster Zeit auch nichts ändern.

Mit 3500 Punkten und ein bisschen Preisgeld in der Tasche ging es dann wieder Richtung Mülheim, wo ich drei Tage war, ehe ich die Tasche für Basel packte, wo dann das nächste Super Series Turnier, die Swiss Open, stattfanden. Auch wenn ich dieses Turnier nicht gern spiele, so zieht es mich Jahr für Jahr in die Schweiz, weil ich so die Möglichkeit habe meine Familie zu sehen und ein paar Tage bei ihnen in meinem Heimatort Schopfheim verbringen kann. Im Gegensatz zu sonst konnte ich mich bei meiner 17. Swiss Open Teilnahme nicht über die Auslosung beklagen. Wir spielten in der ersten Runde gegen Qualifikanten aus der Schweiz, was für uns eigentlich kein Problem sein sollte. Doch dummerweise hat sich bei mir beim Einspielen ein Nerv am Halswirbel eingeklemmt, so dass ich das ganze Spiel über etwas neben mir stand. Zuerst dachte ich, dass ich aufhören müsse, doch ich kämpfte mich irgendwie durch. Einen Schönheitspreis hätten wir dafür bestimmt nicht bekommen, aber am Ende zählt der Sieg. Nachdem wir dann in zwei knappen Sätzen gewinnen konnten trafen wir im Achtelfinale auf das beste schwedische Doppel Persson/Bergblom. Wir spielten von Anfang an sehr konzentriert und bestimmten das Geschehen. Beim Stande von 14-10 für uns knickte Juliane unglücklich um und hätte dadurch fast aufhören müssen. Es hätte zu den Swiss Open gepasst, weil es hier für mich nie so richtig gut lief, doch glücklicherweise konnte sie nach einer kurzen Behandlung durch den Turnier Physiotherapeuten weiterspielen. Trotz der Schrecksekunde konnten wir unseren Vorsprung ausbauen u. den ersten Satz verdient gewinnen. Ich fühlte mich richtig gut, wir feuerten uns gegenseitig an und man merkte, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten. Wir spielten genauso weiter wie im ersten Satz, machten kaum Fehler und strotzten vor Selbstvertrauen. Und so konnten wir das Spiel souverän gewinnen und ins Viertelfinale des Super Series Turnier einziehen, worüber ich mich sehr freute. Nach dem Spiel wurde Juliane erstmal am Fuß behandelt und es war lange Zeit offen ob sie das Viertelfinale spielt oder nicht. Was zu riskieren wäre in dieser Phase schwachsinnig gewesen, doch nach langem hin und her hat sie sich dann doch dafür entschieden. Allerdings hatten wir dann im Viertelfinale gegen Marissa/Polli nicht wirklich eine Chance. Man merkte uns an, dass wir mit angezogener Handbremse spielten und hinzu kam noch, dass wir mit der Spielweise der Indonesierinnen überhaupt nicht klar gekommen sind. So verloren wir klar in zwei Sätzen, was aber auch okay war, denn mit unserer momentanen Form ist nun mal kein Halbfinale drin. Noch sind unsere Leistungen zu unkonstant, was nach wie vor auf das fehlende Training zurückzuführen ist.

Nun war auch das letzte Turnier der Turnierserie beendet und wir konnten generell mit dem Abschneiden sehr zufrieden sein.

Am darauf folgenden Wochenende stand dann auch schon das Play Off Halbfinale in der Bundesliga auf dem Programm, wo wir es mit dem amtierenden Deutschen Meister aus Bischmisheim zu tun hatten. Auch wenn fast alle der acht Spiele offen waren, gingen wir als klarer Außenseiter ins Rennen. Zu schlecht waren unsere Leistungen in den letzten Spielen, so dass uns keiner mehr auf der Rechnung hatte. Natürlich hofften wir insgeheim den Saarbrückern ein Bein stellen zu können, doch daraus wurde leider nichts. Nachdem wir den Heimvorteil am Samstag nicht nutzen konnten, dass ein oder andere knappe Spiel ging leider verloren, hielten wir das Spiel am Sonntag lange Zeit offen, ehe Bischmisheim nach 3h den vierten Punkt einfahren konnte und somit als Finalist feststand. Ich persönlich trug auch meinen Teil dazu bei, dass aus dem Finale nichts wurde. Schade, ich hatte mir von der Saison mehr erhofft, aber es reicht eben nicht, wenn man am Anfang der Saison stark ist und gegen Ende stark nachlässt…

Aufgrund Juliane’s Verletzungspause und des Trainingsrückstandes während des Feldwebel-Lehrgangs waren meine Leistungen in der Bundesliga eher durchwachsen, was ich nun mal akzeptieren musste. Nichts desto trotz haben wir das Halbfinale erreicht und sollten damit zufrieden sein. In der nächsten Saison werde ich nicht bei allen Spielen anwesend sein, da am 01.05.07 bereits die Olympia Qualifikation beginnt und diese Priorität hat. Die Qualifikation endet am 30.04.08, d.h. sie erstreckt sich über ein ganzes Jahr, und um uns zu qualifizieren müssen wir am Ende unter den Top 13 der Welt stehen. Nur dann kann ich mir meinen Traum von der 3. Olympiateilnahme erfüllen….

Neben all den Maßnahmen dürfen natürlich Länderspiele nicht fehlen. Und so durften wir kurz vor Ostern noch mal gegen England ran. Und das gleich dreimal… Die Reihenfolge hieß Oldenburg, Dessau, Berlin. Ich war für die beiden letzteren vorgesehen, doch sowohl bei meinem 102. Länderspiel in Dessau an der Seite von Katrin Piotrowski, als auch beim 103. Einsatz mit Juliane in Berlin, musste ich mich knapp in drei Sätzen geschlagen geben. Schade, es waren gute Spiele, doch leider ohne Happy end für mich…

Z. Zeit (11.04.-22.05.07) befinde ich mich mal wieder bei einem Bundeswehr Lehrgang in Warendorf, bei welchem wir als Trainer ausgebildet werden sollen. Während diesen sechs Wochen finden in Singapur und Indonesien die ersten beiden wichtigen Turniere in der Olympia Quali statt, für welche ich auch freigestellt werde. Dann heißt es Daumen drücken, auf Glück mit den Auslosungen hoffen, von Turnier zu Turnier reisen, mit den Kräften haushalten, durchhalten und einfach mental stark zu sein. Dann klappt es auch mit Olympia…

Ich hoffe ihr begleitet mich auf meinem Weg nach Peking und vergesst nicht ab und zu mal auf meiner Seite vorbeizuschauen.

 

Es grüßt euch lieb

 

Eure

Nicole

 

 

 

» Übersicht Aktuelles » nach oben