Termine
Asientour 29.06.-22.07.07

Unsere dreiwöchige Asientour neigt sich so langsam dem Ende zu und ich möchte euch über meine Eindrücke und unser Abschneiden berichten….

Unser erster Stop war Bangkok, wo die Thailand Open stattfanden. Wir waren im Doppel an sechs gesetzt, was für ein Turnier der Grand Prix Gold Serie nicht schlecht ist. Erwartungsgemäß konnten wir unser erstes Spiel gegen eine Paarung aus Malaysia souverän gewinnen und ohne große Mühe das Achtelfinale erreichen. Dort trafen wir auf eine Paarung aus Taiwan, welche zuvor die deutsche Paarung Peiffer/Piotrowski bezwingen konnten. Wir gingen sehr konzentriert ins Spiel, setzten die vorgegebene Taktik perfekt um, machten kaum eigene Fehler und konnten nach zwei überragenden Sätzen ins Viertelfinale einziehen. Dort trafen wir dann auf das Spitzen-Duo Lee/Lee aus Korea, welche momentan auf Platz 4 der Weltrangliste zu finden sind. Beim letzten Aufeinandertreffen wurden wir von den Koreanerinnen in Grund und Boden geschossen und genau das wollten wir dieses Mal vermeiden. Wir gingen mit einer offensiven Einstellung ins Spiel, suchten frühe Treffpunkte, waren Drivebereit und wichtig war, schnell auf den Beinen zu sein. Dies gelang uns alles ziemlich gut und wir konnten richtig gut mithalten. Leider ist zwischen gut mithalten und gewinnen eine große Kluft, aber wir können uns nichts vorwerfen, da wir an unserem Limit gespielt haben. Auch wenn das Ergebnis deutlich war, konnten wir uns doch fast 40 Minuten gegen die koreanischen Angriffe wehren. Ich war mit dem Spiel jedenfalls sehr zufrieden, zumal wir vieles umsetzen konnten was wir uns vorgenommen hatten, und es hat sehr viel Spaß gemacht gegen dieses Top Doppel zu spielen. Genauso soll es auch sein…

Ansonsten war es in Bangkok ganz nett. Unser Hotel war in Ordnung, das Essen war okay und die Thai-Massagen brachten die nötige Lockerheit, die wir auf dem Feld brauchten… :o)

Von Bangkok aus ging es dann weiter zu den China Masters nach Chengdu. Dieses Turnier zählte zu den Super Series, also noch eine Kategorie höher als die Grand Prix Gold Serie. Je höher die Wertigkeit der Turniere ist, umso höher  auch das Preisgeld und natürlich auch die Höhe der Weltranglistenpunkte. Da wir hier keinen Setzplatz hatten, konnten wir uns über unsere Auslosung nicht beklagen. Wir trafen in der ersten Runde auf Juhl/Frier aus Dänemark, welche in der Weltrangliste zwei Plätze vor uns stehen. Es versprach also ein interessantes Spiel zu werden. Und so war es auch… Wie auch schon in Thailand waren wir von Anfang an sehr konzentriert, spielten sehr offensiv und es gelang uns so ziemlich alles. Da die Bälle sehr schnell waren und es aufgrund der Klimaanlage sehr windig in der Halle war, versuchten wir nur selten hoch zu spielen und viel über das Netz zu gehen. Dies gelang uns sehr gut und so konnten wir denn ersten Satz mit 21-9 gewinnen. Das war ein sehr guter Start und die Dänen schienen etwas überrumpelt zu sein. Doch mit dem Seitenwechsel, wir hatten nun die Gegenwindseite, wurden die Dänen stärker und zogen relativ schnell mit einigen Punkten Abstand davon. Wir fingen uns wieder und kämpften uns ran, so dass wir schlussends mit 17-16 führten. Das Spiel war sehr ausgeglichen, doch leider haben wir es nicht geschafft das Spiel in zwei Sätzen zu gewinnen, so dass wir in einen dritten und entscheidenden Satz mussten. Auch hier ging es ausgeglichen weiter, wobei wir etwas passiver wurden als in den Sätzen zuvor. Dies war dann schließlich auch ausschlaggebend dafür, dass wir den Satz mit 17-21 verloren haben und somit der Traum des Achtelfinals geplatzt war. Tja, was soll ich sagen. Hätten wir doch den zweiten Satz gewonnen… Sollte wohl nicht sein. Aber wenn man bedenkt, dass die beiden Dänen in der nächsten Runde die an drei gesetzte Paarung aus Taiwan aus dem Rennen warf und dann im Viertelfinale nur knapp in drei Sätzen gegen Kellog/Emms verloren, dann können wir mit unserer Leistung ganz zufrieden sein. Nur ärgerlich um die verschenkten Punkte… :o(

Auch hier in Chengdu konnte man es ganz gut aushalten. Wir waren in einem super Hotel untergebracht, das Wetter war okay wenn auch sehr heiß und Starbucks war direkt gegenüber vom Hotel, wo wir uns den ein oder anderen Kaffee gönnten… :o)

Momentan befinde ich mich noch in Manila, wo die Philippines Open ausgetragen werden, welches auch zur Grand Prix Gold Serie zählt. Leider hatten wir trotz Setzplatz 7 eine bescheidene Auslosung und trafen direkt in der ersten Runde auf Pan/Tian aus China. Hinzu kam noch, dass unser Spiel nach 3,5 Stunden Verspätung aufgerufen wurde und wir dann um 0:00 Uhr auf’s Feld gingen. Ändern konnte man daran nun mal nichts, aber es gab im Vorfeld bereits genügend Anzeichen, dass dieses Spiel nicht wirklich berauschend werden würde. Sowohl ich als auch Juliane waren beide etwas angeschlagen, Hals- u. Gliederschmerzen machten uns zu schaffen, doch auf dem Feld versuchen wir das irgendwie zu vergessen. Der erste Satz verlief auch noch recht ausgeglichen, wobei wir diesen 18-21 verloren. Im zweiten Satz ging dann nicht mehr viel. Alle Versuche sich gegen die Chinesen zu wehren waren erfolglos und es fehlte einfach die nötige Durchschlagskraft. Außerdem waren die Bälle so was von langsam, so dass dies alles noch etwas erschwerte. Nun gut, viel zu dem Spiel sagen kann und will ich auch nicht. Wir waren definitiv nicht klar, mit der Leistung der vergangen zwei Wochen hätten wir mit Sicherheit gewonnen. Nun gut, es ist wie es ist, aber wenn der Körper streikt, dann sollte man ihm ein Pause gönnen…

Wenn ich aus den vergangen drei Wochen ein Fazit ziehe, dann muss ich sagen, dass ich mir ein bisschen mehr erhofft hatte, als nur eine gute Wertung mit nach Hause zu bringen. Aber genau deswegen ist es wichtig viele Turniere zu spielen, da es mal gut läuft und mal eben nicht so gut. Ich bin mir im Klaren darüber, dass die Olympia-Qualifikation aus vielen Höhen und Tiefen besteht und man mental ziemlich stark sein muss um dieses Jahr durchzuhalten. Wir stehen gerade mal am Anfang der Qualifikation und da wir bestimmt noch 20 Turniere spielen werden, werde ich die Hoffnung nie aufgeben und alles dafür tun, dass es mit meiner dritten Olympia-Teilnahme klappt…

Ich hoffe ihr begleitet mich auf meinem Weg nach Peking und drückt mir weiterhin ganz doll die Daumen!

Nach meiner Rückkehr aus Manila werde ich für zwei Wochen in Deutschland sein, ehe es am 08.08.07 bereits zur WM nach Malaysia geht. Ich hoffe, dass die WM-Vorbereitung gut verläuft und wir voller Tatendrang nach Kuala Lumpur reisen werden….

 

Es grüßt euch aus Manila

 

Eure

Nicole

 

 

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